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Schiedsrichter werden im Kreis Büdingen: Vereine und Ausschuss werben um Neulinge

Schiedsrichter-Ausbildung im Kreis Büdingen.

Presseschau: Ein Blick in den Kreis Büdingen

Im Amateurfußball werden die Schiedsrichter knapp. Gerade für die Vereine bedeutet das nichts Gutes: Geldstrafen, Punktabzüge und höhere Schiri-Kosten durch weite Wege. Die Schlagzeilen der vergangenen Monate verdeutlichen, warum es immer weniger Spielleiter gibt: In den Niederlanden wurde ein Linienrichter von C-Jugendlichen zu Tode geprügelt. In Spanien musste einem minderjährigen Schiedsrichter nach mehreren Schlägen die Milz entfernt werden. Und im Kreis Darmstadt – also fast vor der Haustür – hat sich der Schiedsrichterausschuss nach zahlreichen Attacken auf die Unparteiischen geweigert, die Spiele der D-Liga mit Referees zu besetzen. So weit ist es im Kreis Büdingen zum Glück nicht. Der Kreis-Anzeiger vom 6. April schreibt:

Die Punktabzüge für Vereine durch fehlende Schiedsrichter sind mittlerweile in die Tabellen eingepflegt, die Vereine sind bemüht um neue Schiedsrichter. Die Büdinger Schiedsrichtervereinigung wirbt mit einer Plakat-Aktion und einer Info-Veranstaltung (22. April, 19.30 Uhr im Bleichenbacher Gasthaus „Zur Traube“) um Nachwuchs – für den nächsten Ausbildungslehrgang im September. „Wir können im Kreis Büdingen noch ruhigen Gewissens mit den positiven Dingen werben“, sagt Schiedsrichter-Chef Edgar Schäfer. So zum Beispiel haben Schiedsrichter mit ihrem Ausweis freien Eintritt zu allen Spielen bis zur Bundesliga, auf die Chance zur Persönlichkeitsentwicklung oder die Möglichkeit, zum Regelexperten zu reifen. Das müsse aber den Schreckensmeldungen gegenübergestellt werden: „Wir verschweigen nicht, was viele von uns in letzter Zeit betroffen gemacht hat“, sagt Schäfer.

Büdingen sei aber noch ein Kreis, in dem der Fußball im Fokus steht. Das sieht auch Kreisfußballwart Gerhard Schröder so. Der Eschenröder ist froh, dass die teils brutalen Entwicklungen im heimischen Beritt ausgeblieben sind. Und auch die Strafzahlungen der heimischen Vereine wegen zu wenig Schiedsrichtern zeigen eine positive Entwicklung: Die Geldbußen durch den Hessischen Fußball-Verband sind in diesem Jahr um über 1000 Euro auf rund 4400 Euro gesunken, statt 30 fehlen nur noch 25 Schiedsrichter. „Das liegt zum einen an den neuen, geringeren Anforderungen, die der Verband den Vereinen seit dieser Saison auferlegt“, sagt Schröder. „Zum anderen aber auch an der offenen Informationspolitik von Edgar Schäfer.“ Der Schiedsrichterobmann stehe ständig mit den Vereinen in Kontakt, welche Leistungen einzelne Schiedsrichter noch erbringen müssen, um ihren Vereinen die Unannehmlichkeiten zu ersparen.

Wie hart es dennoch einem Einzelnen treffen kann zeigt das Beispiel der SG Steinberg/Glashütten: Dem Kreisoberligisten fehlen schon seit längerem Schiedsrichter, jetzt wurden 700 Euro Strafe fällig und zwei Punkte sind dahin. Kaum besser sieht es für Blau-Weiß Schotten und den TSV Stockheim aus: Jeweils 525 Euro hat der Verband den Klubs in Rechnung gestellt, ein Punkt fehlt am Saisonende.

Der Umgang auf dem Rasen sei im Kreis Büdingen als gut zu bewerten. „Nur einmal sorgte in dieser Saison eine Spuck-Attacke auf einen Unparteiischen für Aufsehen. Das war aber ein Einzelfall eines bekannten Spielers“, merkt Manfred Schmidt, Vorsitzender des Kreissportgerichts, an. „Vergehen gegen Schiedsrichter spielen sich bei uns auf verbaler Ebene ab.“ Schmidt hält das für eine unschöne Form der Intoleranz, in einer kampfbetonten Sportart ließe sich das aber nicht vermeiden.

Schiedsrichterobmann Schäfer versucht dennoch seine Unparteiischen zu schützen:  „Wir schicken unsere Leute kaum noch in die Kreisliga nach Frankfurt“, erklärt Schäfer. Zu viele Bedrohungen mussten die Büdinger Schiedsrichter über sich ergehen lassen. „Wir haben fast keine Schiedsrichter, die dorthin fahren wollen.“

Für Schäfer und seine Kollegen im Kreisschiedsrichterausschuss ist es deshalb in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, neue Schiedsrichter vorab ausreichend zu informieren. „Wer weiß, welche Anforderungen auf einen zukommen, der kann besser einschätzen, ob das Hobby etwas für sein Gemüt ist“, sagt Schäfer. Das helfe der Schiedsrichtervereinigung, weil sich die Neulinge nicht nach kurzer Zeit wieder verabschieden. Aber auch den Vereinen, die ihre Schiedsrichter möglichst lange halten wollen, um den Geldstrafen und Punktabzügen zu entgehen.

Erstmals wird es in diesem Jahr deshalb eine Informationsveranstaltung zum Neulingslehrgang geben. Die Schiedsrichter-Beauftragten der Vereine und am Lehrgang Interessierte treffen sich, um einen ersten Einblick in die Welt der Schiedsrichter zu bekommen. „Jeder ist herzlich eingeladen. Es besteht dann auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und ins Gespräch mit unseren Spitzen-Schiedsrichter zu kommen“, erklärt Schäfer.

Gleichfalls sollen aber auch die Schiedsrichter-Beauftragten der Vereine geschult werden, um Ansprechpartner und Werber für Anwärter aus ihrem Verein zu werden. Für Schäfer zählt am Ende vor allem eins: „Wir müssen einfach an einem Strang ziehen, damit wir das oberste Ziel nicht aus den Augen verlieren: Einen geordneten Spielbetrieb für alle Fußballer, Ehrenamtler und Zuschauer sicherstellen.“

 

>> Hier gibt’s  Infos zum nächsten Neulingslehrgang im September 2013 in Aulendiebach

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