Trainingslager: im Zeichen der Wahrnehmung

Die Teilnehmer des Wintertrainingslager 2017

Die Teilnehmer des Wintertrainingslager 2017

Sonntagmorgen im verschneiten Vogelsberg, nach einem ersten Tag geprägt durch Fitness und wie man sich auf eine Saison oder speziell ein Spiel vorbereitet, müssen die Jungschiedsrichter nochmal ihr Auftreten vor der Gruppe unter Beweis stellen. Zu zuvor erarbeitenden Spielszenen eines Regionalligaspiels gilt es das auf den Sportplätzen so wichtige Vermittlungsgeschick auch vor den Schiedsrichter-Kollegen anzuwenden und zu erklären, was an dieser Stelle die richtige Lösung gewesen wäre. Mit diesen Übungen als Teil des jährlichen Wintertrainingslagers versuchen Kreisschiedsrichterausschuss und Freundeskreis die jungen Schiedsrichter weiterzubringen, auf und neben dem Platz.

Das jährliche Zusammentreffen zum Auftakt des Jahres ist mittlerweile eine Institution. Ermöglicht durch den Freundeskreis trafen sich die Schiedsrichter am ersten Januarwochenende im heimischen Kreis, dem Hotel Sonnenberg in Schotten. 20 Teilnehmer, bunt gemischt aus erfahrenen Gespannsführern und ambitionierten Nachwusschiedsrichtern, fokussierten sich in der diesjährigen Neuauflage auf die Wahrnehmung des Unparteiischen. Neben dem reinen Beurteilen anderer Schiedsrichter galt es vor allem das eigene Auftreten zu stärken. Ein viel verwendetes Mittel zur Selbstreflektion ist die Aufnahme kurzer Videos, die jeden einzelnen Teilnehmer mit der eigenen Wirkung konfrontieren. In den heimischen Spielklassen, selten von Videomitschnitten begleitet, ist dies eher selten der Fall.

Ein Erfolgsgarant für gelungene Trainingslager ist der große Erfahrungsschatz in den Reihen der Büdinger Vereinigung. So könnte es kaum einen besseren als Fitness-Ass und Physiotherapeut Volker Höpp geben, der den ambitionierten Nachwuchskräften aufzeigte, was für ein Trainingsaufwand hinter einer högerklassigen Schiedsrichterkarriere steckt. Zudem stand mit Ex-Regionalliga-Schiedsrichter Patrick Kalbhenn auch in diesem Jahr wieder ein Experte für Kommunikation und Abendentertainment zur Verfügung. Der wichtigste Sparring-Partner in Sachen Feedback sind jedoch die Schiedsrichter selbst. So steigerten und überboten sich die Jung-Schiedsrichter in einer Ermahnungsschulung, angeleitet durch den KSA, selbst.

„Die gegenseitigen Tipps sind extrem wertvoll“, resümierte Lehrwart Marcus Schmidt. „Wenn wir es während eines Trainingslagers schaffen, dass offenes und ehrliches Feedback niemanden bloß stellt, können sich die Schiedsrichter bewusst mit ihrer Wahrnehmung auseinander setzen und in der Rückrunde versuchen diese gezielt zu verbessern.“

Ernst wurde es zum Abschluss nochmal für den 16-jährigen Pascal Borck aus Glauburg. Freiwillig stellte er sich vor der gesamten Runde seiner Schiedsrichter-Kollegen kritischen Interview-Fragen im fiktiven Morgenmagazin-Studio. Dass er eine überaus positive Entwicklung auf und neben des Platzes immer wieder unter Beweis zu stellen versucht, zeigte sich in der 5-minütigen Sequenz: er meisterte die teils kniffligen Fragen wie ein Routinier und schlug sich in jedem Fall besser als manch medienerfahrener Fussball-Profi.

 

Die Teilnehmer im Überblick:
Stefan Behmerburg, David Bischoff, Dennis Blachnik, Julia Boike, Pascal Borck, Christian Brumm,  Luca Hof, Florian Höhl, Volker Höpp, Samuel Huber, Oleg Karaliov, Olaf Kehne, Kai Neumann, Frank Pietruschka, Nicklas Pöhls, Stefan Schäfer, Marcus Schmidt, Michael Tonecker, Marius Ulbrich, Niklas Willmann.